Daventa

Daventa ist eine am 20.05.1994 geborene Traberstute und sicherlich meine größte Referenz. Sie ist mein erstes Pferd und obwohl sie nicht dem entspricht, was ich immer haben wollte, würde ich sie nie mehr hergeben. Ich habe Daventa zwei Jahre gepflegt, bevor ich sie vom Vorbesitzer übernommen habe.

Es folgt eine kurze Zusammenfassung, der Arbeit mit ihr und der Erfolge:
2003 habe ich Daventa nach zweijähriger Pflege von ihrem Besitzer übernommen. Wie fast alle meine Tiere war auch sie zuerst ein schwieriger Fall. Von ihrer Vergangenheit wusste ich nur, dass sie auf der Rennbahn trainiert aber auf einem Privathof gehalten wurde. Sie wurde dann in private Hände verkauft, da sie das Qualifikationsrennen nicht schnell genug gelaufen war. Dann wurde sie nochmal verkauft, dort wurde sie schwer misshandelt und kam zum Vorbesitzer mit offenen Hüftknochen zurück. Dort habe ich sie kennengelernt.

Sie war total kopfscheu, überängstlich, wollte sich nicht vom Hof trennen und Pferdehänger waren für sie das Schlimmste. Es war schon eine Herausforderung, sie in eine Box zu führen und raus war es auch nicht besser. Sie hatte Platzangst und stieg, wenn man sie rein führen wollte. Sie stellte sich stur, wenn sie raus sollte. Zu zweit ausreiten war in Ordnung. Aber sie wollte auf gar keinen Fall nach vorne. Sollte ihre Begleitung mal langsamer sein, blieb sie halt stehen. Kopf putzen oder entspannt halftern war nicht möglich. Über Dressur oder Springen brauchte man erst gar nicht nachdenken.

Es hat mich viel Arbeit und eine Menge Zeit gekostet. Aber wir haben alle Probleme in den Griff bekommen. Das größte Problem war natürlich die Box, da sie dort täglich rein und raus musste. Ich bin dann selber zweimal am Tag zum Stall gefahren, damit ich mit ihr trainieren konnte. Da sie eine unvorteilhaft gelegene Box hatte, hat sie noch eine andere Box bekommen. Sie konnte jetzt ganz gerade rausgehen. Jegliches Training wurde jeden Tag wiederholt. Es ging jeden Tag an einem Pferdehänger vorbei (jedes mal ein paar cm näher). Der Kopf wurde beim Heu fressen geputzt. Beim Ausreiten habe ich sie erst geführt und bin erst auf dem Rückweg aufgestiegen. Dann bin ich immer ein paar Meter eher aufgestiegen, bis es irgendwann ging. So konnte ich immer mehr Vertrauen aufbauen. Das Hänger-Training war dann nochmal sehr zeitintensiv, aber letztendlich ebenfalls erfolgreich. Bei der ganzen Arbeit ist eines ganz schnell klar geworden, ihre Platzangst wird sie nie ganz ablegen. Daher ist sie nach kurzer Zeit in einen Offenstall umgezogen. Diese Veränderung hat sich bis heute bewährt.
Nachdem ich Daventas Vertrauen für mich gewinnen konnte, war auch an ordentlicher Dressurarbeit zu denken. Ich wollte mir einen Trainer dazu nehmen, gibt ja schließlich genug. Aber das war ein Trugschluss. Traber will nämlich kaum einer unterrichten. Ich habe zwei Reitlehrer gefunden (beide ohne Trainer-Schein) die mir wirklich helfen konnten. So habe ich mit der Hilfe von Trainern und meinem eigenen Verständnis fürs Pferd mit der Dressurarbeit begonnen. Natürlich habe ich auch keinen Westfalen aus meinem Traber gezaubert, aber nach ihren Möglichkeiten hat sie Lektionen bis Dressur Klasse L gelernt. Und: Ja, auch Traber können einen ordentlichen Galopp haben. Parallel haben wir auch mit dem Springen angefangen. Dies war ebenfalls eine große Herausforderung, da sie aus Angst gerne mal einen "Full Stop" hingelegt hat. Aber auch hier konnten wir bis Klasse A trainieren.
Nach den Trainingserfolgen kam dann auch der Wunsch mal auf einem Tunier zu reiten. Das haben wir dann auch getan. Wir waren erfolgreich auf WBO-Turnieren unterwegs. Siege und Platzierungen gab es in E-Dressuren, E-Springen, Caprilli und Jump und Run. Da sie als Traber auf Tunieren nicht gern gesehen wird, sind wir in der LPO nie gestartet. Außerdem haben wir an Orientierungsritten teilgenommen. Im April 2005 habe ich mit ihr an dem Lehrgang "Geländereiter Vfd" erfolgreich teilgenommen und im Oktober 2005 haben wir erfolgreich das "Reitabzeichen IV FN" gemacht.

Auch wenn es viel Zeit und Arbeit gekostet hat, habe ich es nie bereut. Denn es hat sich wirklich gelohnt. Jegliches Fehlverhalten hat sie abgelegt und sie liebt das Gefühl frei zu sein. Sie lebt seit Jahren im Offenstall. Ebenso liebt sie einen flotten Galopp durchs Gelände oder ein kleines Wettrennen, gerne auch Gebisslos. Schon viermal waren wir gemeinsam an der Nordsee zum Wattreiten. Die Freiheit des Wattenmeeres wirkt bei ihr wie eine Verjüngungskur.

Aus gesundheitlichen Gründen sollte sie bereits Anfang 2010 in Rente gehen, aber sie weigert sich und fordert ihre Beschäftigung noch immer. Sie ist bis heute lernwillig, aufmerksam und will mir alles Recht machen. Alles was sie dafür fordert ist ein Stück Freiheit und Sicherheit.
Nachdem wir eine Menge erreicht und erlebt haben, ist unsere Liste von Zielen immer kleiner geworden. Anfang 2012 stand dort nur noch ein Quartermile Rennen, einmal eine blaue Schleife gewinnen und ein gemeinsamer Wattritt darauf.

Im Juni 2012 und August 2013 sind wir dann endlich an die Nordsee gefahren. Wir hatten herrliches Wetter und für Daventa ist es eine wahre Verjüngungskur. Natürlich hatten wir ihren Freund Nero dabei.

Pfingsten 2014 sind wir dann noch einmal zum Turnier gefahren. Ziel war das Horse & Fun in Welver. Ein wirklich tolles Turnier. Ziel war das Quartermile Rennen. Ein weiterer Punkt auf der Liste. Es war ein langer Turniertag und bei fast 30 Grad habe ich auch lange überlegt zu starten. Aber am Ende haben wir es versucht, wenn auch nicht mit Vollgas, aber es hat uns irre viel Spaß gemacht.
Nun schreiben wir das Jahr 2015 und das Wort Rente kennt Daventa noch immer nicht.
Über Vatertag sind wir noch einmal 4 Tage an die Nordsee gefahren. Diesesmal haben wir nicht nur Freund Nero sondern auch Django mitgenommen. Allerdings hatten wir kein großes Glück mit dem Wetter, aber Spaß hatten wir trotzdem.

Das Wochenende in Cuxhaven war für Daventa sehr anstrengend und daher sollte Sie beim diesjährigen Pfingstturnier in Welver nicht starten. Doch Daventa hatte andere Pläne. Nach vier Erholungstagen wollte Sie dann doch wieder bewegt werden. Am Samstag lief sie so motiviert, dass ich mich entschloss, sie doch mitzunehmen. Zurückziehen konnte ich ja immer noch. Doch alles kam ganz anders.

Da ich kaum Fotos von Daventa und mir beim Springen habe, wollte ich noch einmal ein Springen gehen. Die Prüfung hieß "Jagd um Punkte" und man musste in 90 Sekunden so viele Sprünge wie möglich absolvieren. Jeder Sprung hatte eine bestimmte Punktzahl, die Reihenfolge war egal. Ich wählte lange Wege und schöne Linien, da wir nicht mehr so regelmäßig trainiert hatten und ich sie nicht übermäßig belasten wollte. Sie sprang ruhig, konzentriert und fehlerfrei. Nach dem vierten Sprung wurde ich dann zum "Beifahrer", keine schönen langen Linien mehr. Es wurde eher ein Zeitspringen. Lediglich einen Oxer haben wir ausgelassen (da konnte ich mich durchsetzen ;-) ). So kamen wir am Ende, mit dem besten Springen seit langer Zeit, noch auf den 5ten Platz. Und auch wenn das für viele nichts besonderes ist, da es keine Siegerschleife ist, für mich ist es eine ganz besondere.

Am Nachmittag ging es dann ins Quartermile Rennen. Wie im Springen war auch hier die Konkurrenz groß. Nach dem tollen Springen konnte es für mich nicht mehr besser werden. Schon am Start merkte ich, dass Daventa die Strecke wieder erkannte. Sie wollte los. Und als das Startzeichen kam, gab es kein Halten mehr. In vollem Galopp sprintete sie los und legte am Ziel eine fast perfekte Bremse ein. Mit einer Zeit von 35,59 Sekunden belegten wir am Ende den 8ten Platz. Bei der Schleifenübergabe wurde ich dann berechtigter Weise gefragt, warum Davi in Rente gehen soll. Die Siegerehrung ging dann einmal durch den Wassergraben. Und wie man auf dem Bild sehen kann, hat es einfach nur Spaß gemacht.

Unsere Liste ist nun fast abgearbeitet. Nur die blaue Schleife fehlt uns noch. Mal schauen, ob es noch ein nächstes Jahr in Welver gibt.

 

Juni 2015:

Nun scheint es doch so, als würde Davi ihre wohlverdiente Rente wollen. Derzeit ist sie das "Hofmaskottchen". Am Nachmittag läuft sie frei auf dem Hof rum und schaut "nach dem Rechten".

Nur auf der Weide geht es noch ordentlich vorwärts.

 

Nach einem langen Winter, kam Davi dann doch wieder zurück zur Arbeit. Vielleicht hat sie gehört, dass der nächste Nordsee Urlaub anstand. Sie lief im Training, als wäre nichts gewesen. Um jegliches Risiko einer schwerwiegenden Erkrankung auszuschließen, ging es aber vor einer endgültigen Entscheidung zum Tierarzt. Ich wollte mir einfach noch einmal den Rücken anschauen und sehen, ob sie der Herausforderung noch einmal gewachsen ist. Nach einigen Röntgenbildern und ausreichender Physio gab es grünes Licht. Und so ging es auch im Mai 2016 wieder an die Nordsee.

Wir haben uns sogar noch ein Wettrennen mit einer Truppe Isländern geliefert. Und was soll ich sagen: Die Truppe sah ganz schön alt aus.

 

Foto folgt

 

 

Wir haben einen schönen aber ruhigen Sommer 2016 erlebt. Welver fiel für Davi in diesem Jahr aus, da ich sie nicht überfordern wollte.

 

Aber auf dem Stoppelfeld lies sie sich auch in diesem Jahr nicht abhängen. Sie ist und bleibt eine Kämpferin, die nicht verlieren möchte.

Hier finden Sie uns

´Jessy Blum
Oberberger Weg 81
58300 Wetter (Ruhr)

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

+49 170 5507124 +49 170 5507124

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht kopiert werden.